Das Programm
In Embattled Garden, uraufgeführt 1958 im New Yorker Adelphi Theatre, schuf Martha Graham ihren eigenen Garten Eden, dessen Unschuld den Verführungskünsten des weltlichen Fremden erliegt, und erforschte mit diesem erotischen Reigen sowohl heilige als auch irdische Liebe: Ein Fremder trifft auf die verführerische Lilith und erlebt hier auf tragikomische Weise ein wahrlich irdisches Abenteuer.
Sketches from ‚Chronicle‘ basiert auf der 1936 in New York uraufgeführten Choreografie ‚Chronicle‘, mit der Martha Graham eine Antwort auf den bedrohlichen Faschismus in Europa inszenierte. Das Werk bringt die seelischen Verwundungen durch den Ausbruch von Krieg in einer martialisch bildgewaltigen Sprache beeindruckend auf die Bühne und zählt zu den unbestreitbar herausragenden Herzstücken des Grahamschen Repertoires.
Mit einer Hommage an das berühmteste Solo von Martha Graham, ‚Lamentation‘, wird der Abend fortgesetzt. Ihr Werk, das im Laufe des Werdegangs ihrer Karriere als eines der unverwechselbaren Markenzeichen ihres Stils verehrt werden sollte, wurde 2007 unter Einbeziehung der gesamten Compagnie und unter der Leitung innovativer Choreografen der amerikanischen Tanzszene zur inspirierenden Quelle einer vollkommen neuen Kreation mit dem Titel Lamentation Variations. Es entstand anlässlich des Gedenktages zu den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die Türme des World Trade Centers und als Ode an die Stadt New York City, in der das Martha Graham Center seit über 80 Jahren beheimatet ist. Wie auch das vorausgehende Stück war Lamentation Variations noch niemals in Zürich zu sehen.
Einer wiederum anderen Schaffensperiode der großen Ikone ist der packende Pas de Deux Errand into the Maze („Gang in das Labyrinth") entlehnt, der 1947 im New Yorker Ziegfield Theatre uraufgeführt wurde. Das Stück basiert lose auf dem Mythos des Theseus, der die Reise in das Labyrinth des Minotauros wagt. Martha Graham gibt diese Sage aus der Sicht der Ariadne wieder. Anstelle des Helden im griechischen Mythos gelingt es dieser mutigen Frauengestalt, in das Labyrinth des bestialischen Minotauros einzudringen. Ein Weg, der sich als eine Reise ins eigene Ich offenbaren soll.
In ihrem letzten vollständigen Ballett Maple Leaf Rag aus dem Jahr 1990 wirft die Ikone des Modern Dance mit einem zwinkernden Auge einen ironischen Blick auf sich selbst als beständigen Schöpfer im Kampf um die Kreation. Das Werk ist Martha Grahams humorvoller, versöhnlicher Tribut an die Muse des Tanzes. In Ausstattung mit Kostümen von Calvin Klein und der Musik von Scott Joplin avancierte das Werk zu einem Kultstück innerhalb der Tanzfangemeinden und krönt das exzellente Programm mit einem höchst amüsanten Finale.
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Martha Graham Dance Company
5. bis 10. Oktober 2010 Theater 11 Zürich

www.marthagraham.org
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